Die Automobilbranche verändert sich schneller als je zuvor. Während bekannte Marken wie Chevrolet, Saab oder Lancia den deutschen Markt verlassen haben, kommen neue Hersteller aus China, Vietnam und Südkorea nach Europa. Besonders die Elektromobilität öffnet diesen OEMs aus Fernost die Tür. Viele Fahrzeuge sind modern, digital, gut ausgestattet und preislich interessant. Für Autokäufer entsteht dadurch mehr Auswahl. Gleichzeitig sollten Käufer genau prüfen, welche Marke zu den eigenen Erwartungen passt. Denn neben Reichweite, Preis und Ausstattung zählen auch Service, Ersatzteile, Garantie, Software und Wiederverkaufswert.
Das Wichtigste in Kürze
- OEM steht für Original Equipment Manufacturer und bezeichnet im Automobilbereich den eigentlichen Fahrzeughersteller.
- Neue Automarken aus China und Südostasien bringen mehr Wettbewerb auf den deutschen Automarkt.
- Viele dieser Hersteller setzen stark auf Elektroautos, Plug-in-Hybride und digitale Fahrzeugtechnik.
- Marken wie BYD, Nio, Aiways, BAIC, Ora, Wey, MG, VinFast, Smart und Elaris stehen für den neuen Wettbewerb.
- Beim Autokauf sind nicht nur Preis und Ausstattung wichtig, sondern auch Servicenetz, Ersatzteilversorgung, Garantie und Restwert.
Was bedeutet OEM im Automobilbereich?
OEM ist die Abkürzung für „Original Equipment Manufacturer“. Im Deutschen spricht man dabei vom Originalhersteller oder Erstausrüster. Im Automobilbereich ist damit der Hersteller gemeint, der ein Fahrzeug unter eigenem Namen auf den Markt bringt. Ein Auto besteht zwar aus vielen Teilen externer Zulieferer. Dennoch trägt der OEM die Verantwortung für Entwicklung, Produktion, Marke und Vertrieb. Deshalb gelten Volkswagen, Mercedes, Tesla, BYD, Nio oder Great Wall Motors jeweils als OEMs. Auch neue Marken aus Fernost treten in Europa als eigenständige Fahrzeughersteller auf. Für Autokäufer ist dieser Begriff wichtig, weil er zeigt, wer hinter dem Fahrzeug steht. Denn bei Garantie, Software, Ersatzteilen und Service zählt am Ende der Hersteller.
Warum neue Automarken aus Fernost jetzt nach Europa drängen
In den vergangenen Jahrzehnten war es eher selten, dass mehrere neue Automarken gleichzeitig in Deutschland sichtbar wurden. Viele bekannte Marken verschwanden sogar vom Markt. Chevrolet, Saab und Lancia sind Beispiele dafür. Doch mit der Elektromobilität hat sich die Lage deutlich verändert. Neue Hersteller brauchen nicht mehr zwingend jahrzehntelange Erfahrung mit Verbrennungsmotoren. Der Elektroantrieb senkt einige Einstiegshürden. Außerdem spielt Software heute eine viel größere Rolle als früher. Genau hier sind viele OEMs aus China und Südostasien stark. Hinzu kommt, dass Europa für diese Hersteller ein attraktiver Markt ist. Die Nachfrage nach Elektroautos ist groß. Gleichzeitig gab es bei etablierten Herstellern zeitweise Lieferengpässe. Neue Anbieter konnten diese Lücke nutzen. Bereits 2021 kamen mit Genesis, Lynk & Co und MG Motor neue Marken nach Europa. Danach folgten weitere Hersteller mit elektrischen oder teilelektrischen Modellen. Dadurch entsteht für Käufer mehr Auswahl, aber auch mehr Prüfbedarf.
Innovation, Elektromobilität und neue Fahrzeugkonzepte
OEMs aus Fernost setzen stark auf Elektroautos, Plug-in-Hybride und digitale Fahrzeugfunktionen. Das ist kein Zufall. China ist einer der wichtigsten Automärkte der Welt. Dort ist der Wettbewerb sehr hoch. Hersteller müssen schnell neue Technik entwickeln und in großer Stückzahl produzieren. Marken wie BYD, Geely, SAIC, BAIC und Great Wall Motors haben dadurch viel Erfahrung gesammelt. Auch Nio gilt als besonders innovativ. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Batteriewechseltechnik und stark softwarebasierte Fahrzeugfunktionen. Great Wall Motors bringt mit Ora und Wey zwei verschiedene Markenansätze nach Europa. Ora richtet sich eher an Käufer kompakter Elektroautos. Wey soll stärker im gehobenen SUV-Segment auftreten. BYD, Geely und SAIC zählen ebenfalls zu den Herstellern, die bei elektrifizierten Fahrzeugen ernst genommen werden müssen. Für Tesla, Volkswagen und andere etablierte Marken wächst dadurch der Druck. Denn viele neue Modelle aus Fernost bieten viel Ausstattung, moderne Assistenzsysteme und ein digitales Bedienkonzept.
Qualität, Produktion und Wachstum chinesischer Hersteller
Lange wurden chinesische Autos in Europa mit Skepsis betrachtet. Das hat sich deutlich verändert. Die Qualitätsunterschiede zwischen China und klassischen Industrieländern sind kleiner geworden. Ein wichtiger Grund ist die enorme Produktionskapazität in China. Fast alle großen nordamerikanischen, europäischen, koreanischen und japanischen Hersteller betreiben dort Werke. Diese Werke wurden zunächst für die lokale Nachfrage aufgebaut. Inzwischen können sie aber auch für den Export genutzt werden. Dadurch ist hochwertige Fahrzeugproduktion in China heute normal. Viele Autos westlicher Marken werden ebenfalls dort gebaut. Dazu gehören zum Beispiel Modelle von Tesla, BMW, Polestar oder Dacia. Der Polestar 2 wird in der Provinz Zhejiang produziert und zeigt, dass chinesische Fertigung nicht automatisch ein Qualitätsnachteil ist. Für Käufer zählt daher weniger das Herkunftsland. Wichtiger sind Verarbeitung, Sicherheitsausstattung, Batteriequalität, Garantie und Service. Genau hier müssen neue OEMs aus Fernost Vertrauen aufbauen.
Wichtige Marken aus Fernost im Überblick
Viele neue Namen tauchen inzwischen auf dem deutschen und europäischen Markt auf. Great Wall Motors ist dabei besonders interessant. Der Konzern wurde 1984 gegründet und führt mehrere Marken. Dazu gehören Haval, Wey, Ora, Tank und Great Wall. Für Europa sind vor allem Ora und Wey relevant. Ora ist mit dem Funky Cat bekannt geworden. Wey will mit größeren und hochwertigeren SUV-Modellen überzeugen. Aiways ist ein junger chinesischer Hersteller. Die Marke wurde 2017 gegründet und bot in Europa eine überschaubare Modellpalette an. Die Fahrzeuge punkteten vor allem mit viel Platz, guter Verarbeitung und bis zu 150 kW Leistung. Nio wurde 2014 gegründet und wird oft als „chinesischer Tesla“ bezeichnet. In Deutschland startete die Marke unter anderem mit dem ET7. BAIC steht für Beijing Automotive Industry Corporation. Das Unternehmen arbeitet in China mit Hyundai und Mercedes-Benz zusammen. Der BAIC X55 wurde als erschwingliches SUV mit moderner Ausstattung positioniert. VinFast kommt aus Vietnam und gehört zur Vingroup. Smart ist heute ein Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely. Elaris vertreibt in Deutschland vollelektrische Fahrzeuge, die auf chinesischen Modellen basieren.
| Marke | Herkunft / Konzern | Schwerpunkt | Besonderheit für Käufer |
|---|---|---|---|
| Aiways | China | Elektro-SUVs | Viel Platz, überschaubare Modellpalette, lange Serviceintervalle |
| Nio | China | Premium-Elektroautos | Software, Batteriewechseltechnik, moderne Elektroplattform |
| BAIC | China | SUV-Modelle | Zusammenarbeit mit Hyundai und Mercedes-Benz in China |
| Ora | Great Wall Motors | Kompakte Elektroautos | Auffälliges Design, Einstieg in den europäischen Markt |
| Wey | Great Wall Motors | Größere SUV-Modelle | Höher positionierte Marke mit Plug-in-Hybrid-Fokus |
| BYD | China | Elektroautos und Batterietechnik | Starke Stellung bei Batterien und E-Fahrzeugen |
| MG / Roewe | SAIC | Elektro- und Hybridfahrzeuge | Bekannte Marke unter chinesischem Konzern |
| VinFast | Vietnam | Elektroautos und SUVs | Ambitionierter Hersteller mit globalem Anspruch |
| Smart | Mercedes-Benz / Geely | Elektro-SUVs und Stadtfahrzeuge | Europäische Marke mit chinesischer Produktion |
| Elaris | Deutschland / China-Bezug | Elektrofahrzeuge | Europäisierte Modelle chinesischer Herkunft |
| Dongfeng | China | Pkw und Nutzfahrzeuge | Großer chinesischer Hersteller mit Exportambitionen |
| FAW | China | Pkw und Nutzfahrzeuge | Einer der großen chinesischen Automobilkonzerne |
Worauf Käufer bei OEMs aus Fernost achten sollten
Ein Auto aus China oder Südostasien kann eine interessante Wahl sein. Trotzdem sollte der Kauf gut geprüft werden. Der Preis allein reicht nicht als Entscheidungskriterium. Käufer sollten zuerst auf das Servicenetz achten. Gibt es Werkstätten in der Nähe? Sind Ersatzteile schnell verfügbar? Auch Garantiebedingungen sind sehr wichtig. Bei Elektroautos zählt besonders die Batteriegarantie. Zusätzlich sollten Käufer prüfen, wie Software-Updates erfolgen. Moderne Fahrzeuge hängen stark von digitalen Funktionen ab. Ein günstiges Auto kann teuer werden, wenn Updates fehlen oder Werkstatttermine schwierig sind. Auch der Wiederverkaufswert ist ein wichtiger Punkt. Neue Marken müssen sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt erst etablieren. Genau hier liegt ein Blickwinkel, den viele Kaufberater übersehen: Nicht nur das Auto selbst ist neu, sondern oft auch das gesamte Ökosystem dahinter. Dazu gehören App, Ladeplanung, Datenverarbeitung, Werkstattpartner, Ersatzteilkette und Restwertentwicklung. Wer ein Fahrzeug eines neuen OEMs kauft, entscheidet sich daher nicht nur für ein Modell. Er entscheidet sich für ein noch wachsendes Markenversprechen.
Fazit: OEMs aus Fernost verändern den Autokauf
OEMs aus Fernost sind kein Randthema mehr. Sie verändern den europäischen Automarkt spürbar. Besonders bei Elektroautos bringen sie Tempo, neue Technik und mehr Wettbewerb. Käufer profitieren von größerer Auswahl und oft guter Ausstattung. Gleichzeitig sollten sie genau hinsehen. Service, Garantie, Ersatzteile, Software und Restwert sind entscheidend. Wer diese Punkte prüft, kann mit einer neuen Marke viel gewinnen. Der Vormarsch chinesischer und asiatischer OEMs ist daher nicht nur ein Trend, sondern ein echter Wendepunkt beim Autokauf.
Häufige Fragen zu OEMs aus Fernost
Hat China eigene Automarken?
Ja, China hat viele eigene Automarken. Zu den bekannten Marken gehören Nio, Aiways, BAIC, BYD, Wey, Ora, MG, Dongfeng und FAW. Viele dieser Hersteller setzen stark auf Elektroautos und moderne Fahrzeugtechnik.
Welche chinesischen Elektroautos gibt es in Deutschland?
In Deutschland sind oder waren unter anderem Modelle von MG, BYD, Nio, Aiways, Ora, Wey, BAIC und Elaris erhältlich. Auch Smart-Fahrzeuge haben heute einen starken China-Bezug, da Smart ein Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely ist. Die konkrete Verfügbarkeit hängt jedoch vom Modelljahr, Händlernetz und Importeur ab.
Sind chinesische Autos gut?
Viele chinesische Autos haben in den letzten Jahren deutlich an Qualität gewonnen. Die Verarbeitung, Sicherheitsausstattung und Batterietechnik sind bei vielen Modellen konkurrenzfähig. Trotzdem sollten Käufer immer Garantie, Servicenetz, Softwarepflege und Ersatzteilversorgung prüfen.
Warum sind chinesische Elektroautos so beliebt?
Chinesische Elektroautos sind oft gut ausgestattet und preislich attraktiv. Viele Hersteller haben viel Erfahrung mit Batterien, Software und elektrischen Plattformen. Außerdem profitieren sie von großen Produktionskapazitäten und einem starken Heimatmarkt.
Was ist beim Kauf eines neuen OEMs besonders wichtig?
Wichtig sind Service, Garantie, Werkstattnähe, Ersatzteile, Software-Updates und Restwert. Auch die Batteriegarantie sollte genau geprüft werden. Bei jungen Marken ist zudem entscheidend, wie stabil der Vertrieb in Europa aufgebaut ist.
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