Island mit dem Mietwagen zu erkunden, ist der Traum vieler Reisender. Doch sobald Sie die atemberaubende Natur auf der Ringstraße oder im Hochland genießen, taucht unweigerlich die Frage nach dem Kraftstoff auf. Wie funktioniert das Tanken in Island? Wo finden Sie die nächste Zapfsäule und welche Besonderheiten gibt es bei der Bezahlung? In diesem umfassenden Ratgeber verraten wir Ihnen alles, was Sie über isländische Tankstellen wissen müssen. Wir beleuchten die gängigsten Tankstellen-Ketten, erklären die Besonderheiten der Selbstbedienungsautomaten und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie bei den aktuell hohen Benzinpreisen clever sparen können. Mit der richtigen Vorbereitung steht Ihrem unvergesslichen Roadtrip auf der Insel aus Feuer und Eis absolut nichts mehr im Weg.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bezahlung an Zapfsäulen erfolgt fast ausschließlich mit einer Kredit- oder Debitkarte samt vierstelliger PIN-Nummer.
- Das Tankstellennetz ist entlang der Ringstraße sehr gut ausgebaut, wird im Hochland oder den Westfjorden jedoch deutlich dünner.
- Wählen Sie am Automaten besser einen festen Betrag, da beim „Volltanken“ hohe Kautionssummen reserviert und blockiert werden können.
- Große Ketten wie N1, Olís und Orkan dominieren den Markt, wobei unbemannte Stationen von Orkan oder Atlantsolía meist günstiger sind.
- Planen Sie Ihre Tankstopps im Voraus und tanken Sie bei längeren Etappen in abgelegene Gebiete rechtzeitig nach.
Was kostet Tanken in Island aktuell?
Die Kraftstoffpreise in Island gehören zu den höchsten in ganz Europa. Im Jahr 2026 liegt der Preis für einen Liter Benzin (95 Oktan) durchschnittlich bei etwa 315 Isländischen Kronen (ISK), was ungefähr 2,10 Euro entspricht. Diesel ist meist geringfügig teurer und kostet rund 326 ISK pro Liter. Die Preise variieren jedoch stark je nach Region und Tankstellenbetreiber, wobei Selbstbedienungstankstellen am Stadtrand von Reykjavik meist die günstigsten Konditionen bieten.
Die wichtigsten Tankstellenketten in Island im Überblick
Wenn Sie über die malerischen Straßen Islands fahren, werden Ihnen schnell immer wieder dieselben Logos ins Auge stechen. Die größten und bekanntesten Tankstellenketten des Landes heißen N1, Olís, Orkan und Atlantsolía. Der Marktführer N1 betreibt über neunzig Stationen im ganzen Land und bietet neben Kraftstoff oft auch kleine Supermärkte, warme Speisen und Autowaschanlagen an. Olís ist ebenfalls weit verbreitet und lockt Reisende häufig mit kostenlosem Kaffee, wenn man die Rabattkarte des Unternehmens nutzt. Wer auf sein Budget achten möchte, sollte nach den rot-blauen Stationen von Orkan oder den Zapfsäulen von Atlantsolía Ausschau halten. Diese Anbieter betreiben in der Regel reine Selbstbedienungstankstellen ohne Kassenhäuschen und sind dadurch oft einige Kronen günstiger als die Konkurrenz. Eine absolute Ausnahme stellt die Costco-Tankstelle in der Nähe von Reykjavik dar, die konkurrenzlos günstige Preise bietet. Allerdings dürfen Sie dort nur tanken, wenn Sie eine gültige Mitgliedskarte des Großhändlers besitzen. Für den normalen Island-Urlauber lohnt es sich daher meistens, die Preise der gängigen vier Ketten vor Ort zu vergleichen.
Wie der Tankvorgang an den Automaten funktioniert
Der Tankvorgang in Island unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von dem, was Sie möglicherweise aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz gewohnt sind. Die meisten Zapfsäulen sind unbemannte Automaten, die rund um die Uhr geöffnet haben. Zunächst müssen Sie Ihre Kreditkarte oder Debitkarte in den Automaten einführen oder davorhalten. Danach werden Sie in der Regel aufgefordert, Ihre vierstellige PIN einzugeben, ohne die eine Zahlung an den isländischen Tankautomaten fast nie möglich ist. Im nächsten Schritt müssen Sie die Nummer Ihrer Zapfsäule und den gewünschten Tankbetrag in Isländischen Kronen auswählen. Hier raten Experten dringend dazu, einen konkreten Betrag wie beispielsweise 5.000 oder 10.000 ISK zu wählen. Wenn Sie stattdessen die Option „Fill up“ oder „Volltanken“ drücken, reserviert das System einen pauschalen Maximalbetrag auf Ihrer Karte. Diese Blockierung kann manchmal bis zu mehrere Tage oder sogar Wochen andauern, was Ihr Reisebudget unnötig belastet. Erst nach diesen Schritten entnehmen Sie die Zapfpistole und können Ihr Fahrzeug mit dem bezahlten Kraftstoff befüllen.
Tanken in abgelegenen Regionen und im Hochland
Das Fahren auf der berühmten Ringstraße ist unproblematisch, da hier das Netz an Tankstellen hervorragend ausgebaut ist. Alle fünfzig bis hundert Kilometer finden Sie zuverlässig eine Möglichkeit, den Tank Ihres Fahrzeugs wieder aufzufüllen. Ganz anders verhält es sich jedoch, wenn Sie in das raue isländische Hochland oder in die wilden Westfjorde fahren. In diesen entlegenen Gebieten gibt es über weite Strecken schlichtweg keine einzige Tankstelle mehr. Es ist daher eine absolute Grundregel für jeden Roadtrip abseits der Hauptverkehrsrouten, bei der letzten sicheren Gelegenheit immer komplett vollzutanken. Zudem sollten Sie stets die Entfernungen auf den Hinweisschildern im Auge behalten, da diese oft die Kilometer bis zur nächsten Tankstelle anzeigen. Der Kraftstoffverbrauch ist auf unbefestigten Schotterpisten, den sogenannten F-Roads, durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen sowie mögliche Flussdurchquerungen deutlich höher als auf Asphalt. Bedenken Sie auch, dass das Mitführen von Reservekanistern im Mietwagen von den meisten isländischen Autovermietungen aus Sicherheitsgründen streng untersagt wird. Eine sorgfältige Routen- und Tankplanung ist daher essenziell für ein entspanntes Hochland-Abenteuer.
Tipps zum Geldsparen bei den Kraftstoffpreisen
Aufgrund der isolierten Lage der Insel und hoher Steuern zählt isländischer Kraftstoff zu den teuersten weltweit. Dennoch gibt es einige clevere Strategien, mit denen Sie während Ihrer Rundreise den einen oder anderen Euro einsparen können. Tanken Sie am besten in und um Reykjavik oder an anderen größeren Ballungszentren, da die Preise in entlegenen Gebieten oft drastisch steigen. Nutzen Sie konsequent die Rabattchips oder Kundenkarten, die Sie bei der Abholung Ihres Mietwagens von vielen Verleihern kostenlos an den Schlüsselbund gehängt bekommen. Diese Chips gewähren Ihnen oft Rabatte von drei bis zehn Kronen pro Liter bei Partner-Ketten wie N1 oder Olís. Bevorzugen Sie außerdem die reinen Automaten-Tankstellen von Orkan oder ÓB, da diese durch das eingesparte Personal in der Regel deutlich günstigere Literpreise anbieten. Es lohnt sich auch, vor der Reise eine entsprechende App oder Webseite zu nutzen, welche die tagesaktuellen Benzinpreise der verschiedenen Anbieter in Island vergleicht. Füllen Sie den Tank nie an der erstbesten Station, wenn noch ausreichend Reserven vorhanden sind, sondern vergleichen Sie die Preise im Vorbeifahren. Selbst kleine Einsparungen pro Liter summieren sich auf einer zweiwöchigen Rundreise schnell zu einem spürbaren Betrag.
Elektroautos laden: Die moderne Alternative zum Tanken
Island hat in den letzten Jahren enorm in die Infrastruktur für Elektromobilität investiert und bietet heute ein dichtes Netz an Ladestationen. Die Nutzung eines Elektroautos ist auf der Insel nicht nur umweltfreundlicher, sondern aufgrund des fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnenen Stroms auch äußerst nachhaltig. Anbieter wie ON (Orka náttúrunnar) und Ísorka betreiben die meisten öffentlichen Ladesäulen, die sich bequem über die entsprechenden Smartphone-Apps freischalten und bezahlen lassen. Auch das Tesla Supercharger-Netzwerk ist in Island stark vertreten und ermöglicht besonders schnelle Ladevorgänge für kompatible Fahrzeuge. Die Ladekosten variieren stark je nach Ladegeschwindigkeit; langsames AC-Laden kostet etwa 30 ISK pro Kilowattstunde, während schnelles DC-Laden rund 50 ISK verschlingt. Um Geld und vor allem wertvolle Urlaubszeit zu sparen, sollten Sie Ihr Fahrzeug idealerweise über Nacht an der Unterkunft aufladen. Beachten Sie jedoch, dass die Ladeinfrastruktur im Hochland momentan noch nicht flächendeckend existiert. Für reine Elektrofahrzeuge empfiehlt sich daher vorrangig die Fahrt entlang der gut ausgebauten Ringstraße oder im Golden Circle.
Herausforderungen und Besonderheiten im isländischen Verkehr
Das Autofahren in Island ist ein unvergessliches Erlebnis, erfordert jedoch ein hohes Maß an Vorbereitung und Respekt vor der Natur. Eine der wichtigsten Verkehrsregeln besagt, dass das Abblendlicht im ganzen Land das ganze Jahr über und rund um die Uhr eingeschaltet sein muss. Zudem herrscht eine absolute Null-Toleranz-Grenze beim Thema Alkohol und Drogen am Steuer, was bei Verstößen mit drakonischen Strafen geahndet wird. Das Wetter kann in Island innerhalb von wenigen Minuten umschlagen, weshalb starke Windböen beim Aussteigen leicht die Autotüren aus der Hand reißen können. Halten Sie niemals einfach auf der Fahrbahn oder am Straßenrand an, um Schafe oder die Landschaft zu fotografieren, da dies lebensgefährliche Situationen provoziert. Offroad-Fahren abseits der markierten Wege ist in Island strengstens verboten und führt zu extrem hohen Bußgeldern zum Schutz der empfindlichen arktischen Vegetation. Achten Sie auf den Landstraßen stets auf einspurige Brücken, an denen das Fahrzeug Vorfahrt hat, welches die Engstelle zuerst erreicht. Wer sich an diese Regeln hält und stets eine großzügige Kraftstoffreserve einplant, wird die einzigartige Landschaft Islands sicher und völlig stressfrei genießen können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich zum Tanken in Island zwingend eine PIN?
Ja, an fast allen Selbstbedienungstankstellen in Island wird die vierstellige PIN Ihrer Kredit- oder Debitkarte verlangt. Ohne diese Geheimzahl wird die Transaktion am Tankautomaten in der Regel vom System konsequent abgelehnt.
Was passiert, wenn ich am Automaten auf „Volltanken“ drücke?
Wenn Sie diese Option wählen, reserviert die Bank einen relativ hohen Kautionsbetrag auf Ihrer genutzten Karte. Diese Blockierung des Guthabens kann manchmal mehrere Wochen bestehen bleiben, weshalb die Wahl eines festen Betrages immer besser ist.
Sind Tankstellen in Island rund um die Uhr geöffnet?
Die Zapfsäulen der unbemannten Automaten-Tankstellen können in Island tatsächlich an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr genutzt werden. Nur die dazugehörigen Shops, Toiletten oder Cafés bei Anbietern wie N1 oder Olís haben feste Öffnungszeiten und schließen meist abends.
Welche Tankstellenkette ist in Island am günstigsten?
Die unbemannten Stationen der Anbieter Orkan und Atlantsolía bieten in der Regel die niedrigsten Kraftstoffpreise für Touristen und Einheimische. Noch günstiger ist lediglich die Tankstelle am Costco-Großmarkt nahe Reykjavik, für die Sie jedoch zwingend eine gültige Mitgliedschaft benötigen.
Darf ich einen gefüllten Reservekanister im Mietwagen mitnehmen?
Die meisten Autovermietungen in Island verbieten den Transport von gefüllten Treibstoffkanistern in ihren Mietwagen aus strengen Sicherheitsgründen. Sie sollten daher Ihre Route vorab sorgfältig planen und den Tank des Wagens rechtzeitig vor abgelegenen Streckenabschnitten füllen.
Wie weit sind Tankstellen in Island voneinander entfernt?
Entlang der beliebten Ringstraße finden Sie im Durchschnitt alle fünfzig bis hundert Kilometer eine gut erreichbare Tankstelle. Im abgelegenen Hochland oder in den wenig befahrenen Westfjorden gibt es jedoch oft über Hunderte von Kilometern keine einzige Tankmöglichkeit mehr.
Kann ich an isländischen Tankstellen auch bar bezahlen?
An den weit verbreiteten reinen Selbstbedienungsautomaten werden Banknoten oder Münzen grundsätzlich nicht akzeptiert. Eine Barzahlung ist nur bei besetzten Tankstellen in großen Städten direkt an der Kasse während der regulären Öffnungszeiten möglich.
Bekomme ich als Tourist Rabatte beim Tanken in Island?
Viele Mietwagenanbieter geben ihren Kunden kleine Rabatt-Chips am Autoschlüssel mit, die bei bestimmten Tankstellenketten einige Kronen pro Liter einsparen. Zudem bieten Ketten wie Olís oft kostenlosen Kaffee an, wenn Sie deren spezielle Kundenkarten beim Bezahlen nutzen.
Welche Kraftstoffarten werden in Island angeboten?
An den isländischen Zapfsäulen erhalten Sie flächendeckend klassisches Super-Benzin mit 95 Oktan sowie normalen Dieselkraftstoff. Überprüfen Sie unbedingt vor dem ersten Tanken den Tankdeckel Ihres Mietwagens, um teure Motorschäden durch falschen Kraftstoff zu vermeiden.
Lohnt sich ein Elektroauto für einen Urlaub in Island?
Für Fahrten entlang der Ringstraße ist ein Elektroauto dank der gut ausgebauten und nachhaltigen Ladeinfrastruktur absolut empfehlenswert. Wer jedoch in das raue Landesinnere vordringen möchte, sollte aufgrund fehlender Ladestationen besser auf einen traditionellen Allradwagen setzen.
Fazit
Ein Roadtrip durch Island ist ein wahres Abenteuer, doch das Tanken muss keines sein. Wer sich vorab mit dem Bezahlsystem vertraut macht, seine Kreditkarte samt PIN bereithält und das dichte Netz entlang der Ringstraße clever nutzt, fährt völlig entspannt. Denken Sie immer daran, vor Ausflügen ins abgelegene Hochland rechtzeitig vollzutanken. Planen Sie jetzt Ihre Route, vergleichen Sie die lokalen Preise und starten Sie bestens vorbereitet in Ihren unvergesslichen Urlaub auf der faszinierenden Insel aus Feuer und Eis!
