Tanken in Norwegen: Aktuelle Preise, Tipps & Bezahlung

Ein Roadtrip durch die atemberaubende Natur Norwegens ist für viele Urlauber ein großer Traum. Wer mit dem Auto oder Wohnmobil durch das Land der Fjorde reist, muss sich unweigerlich mit dem Thema Tanken auseinandersetzen. Tanken in Norwegen unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von den Gewohnheiten in Deutschland. Besonders die Zahlungsmethoden an den weit verbreiteten Tankautomaten und die Wahl des richtigen Kraftstoffs erfordern Aufmerksamkeit. Wer unvorbereitet ist, kann schnell vor verschlossenen Zapfsäulen stehen oder hohe Bußgelder riskieren. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über aktuelle Kraftstoffpreise, die verschiedenen Bezeichnungen an der Zapfsäule und die Besonderheiten der Bezahlung wissen müssen. So sind Sie bestens gerüstet für eine entspannte Fahrt durch den malerischen Norden Europas.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein gut ausgebautes Tankstellennetz ist vorhanden, im Norden können die Abstände jedoch bis zu 100 Kilometer betragen.
  • Die Kraftstoffpreise in Norwegen liegen spürbar über dem deutschen Durchschnitt und variieren regional stark.
  • An den meisten Zapfsäulen erfolgt die Bezahlung bargeldlos über unbemannte Tankautomaten, die rund um die Uhr geöffnet sind.
  • Für die reibungslose Kartenzahlung ist zwingend eine gültige Kreditkarte mit einer vierstelligen PIN-Nummer erforderlich.
  • Das Tanken des steuerbegünstigten roten Diesels (avgiftsfri) ist für Touristen streng verboten und zieht empfindliche Strafen nach sich.

Wie bezahlt man an norwegischen Tankstellen?

Die Bezahlung an norwegischen Tankstellen erfolgt fast ausschließlich bargeldlos direkt an der Zapfsäule. Sie benötigen dafür zwingend eine Kreditkarte, meist Visa oder Mastercard, mit einer vierstelligen PIN-Nummer. Deutsche EC-Karten oder Girocards werden an den weit verbreiteten, unbemannten Tankautomaten in der Regel nicht akzeptiert.

Das Tankstellennetz in Norwegen und die Öffnungszeiten

Wer mit dem eigenen Fahrzeug oder einem Mietwagen in Norwegen unterwegs ist, profitiert grundsätzlich von einem gut ausgebauten Tankstellennetz. Entlang der Hauptverkehrsadern und in den größeren Städten finden Sie problemlos eine Möglichkeit, Kraftstoff nachzufüllen. Die bemannten Servicestationen, sogenannte Bensinstasjoner, haben in der Regel bequeme Öffnungszeiten von 7:00 Uhr am Morgen bis 22:00 Uhr am Abend. Viele Stationen in ländlichen Regionen haben jedoch am Wochenende oder an Feiertagen reduzierte Servicezeiten. Glücklicherweise müssen Sie sich keine Sorgen machen, mit einem leeren Tank liegenzubleiben, da es fast überall Tankautomaten gibt. Diese Automaten sind rund um die Uhr in Betrieb und ermöglichen das selbstständige Tanken unabhängig von Ladenöffnungszeiten. Dennoch sollten Sie bei Fahrten in den hohen Norden oder in abgelegene Fjordlandschaften vorausschauend planen. In diesen dünn besiedelten Gebieten kann die nächste Zapfsäule durchaus fünfzig bis hundert Kilometer entfernt sein. Tanken Sie daher am besten rechtzeitig voll, wenn sich die Gelegenheit bietet und die Tankanzeige zur Neige geht.

Die Bezahlung an norwegischen Zapfsäulen: Darauf müssen Sie achten

Die bargeldlose Bezahlung hat sich in den skandinavischen Ländern schon lange als Standard etabliert, was auch beim Tanken in Norwegen deutlich spürbar ist. Wenn Sie an eine Zapfsäule heranfahren, werden Sie meist direkt aufgefordert, eine Karte in das Bezahlterminal einzuführen. Hierbei gibt es eine sehr wichtige Regel: Sie benötigen fast immer eine vollwertige Kreditkarte wie Mastercard oder Visa. Die in Deutschland noch weit verbreitete EC-Karte beziehungsweise Girocard funktioniert an norwegischen Tankautomaten in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht. Ebenso unerlässlich ist es, dass Sie die zugehörige vierstellige PIN-Nummer Ihrer Kreditkarte auswendig kennen. Der Ablauf am Automaten ist denkbar einfach konzipiert. Zuerst stecken Sie die Karte ein, geben die PIN ein, wählen die gewünschte Zapfsäulennummer und entnehmen die Karte dann zügig wieder. Erst danach greifen Sie zur Zapfpistole und befüllen den Tank Ihres Fahrzeugs. Bargeld wird lediglich noch an bemannten Tankstellen während der regulären Öffnungszeiten am Schalter akzeptiert. Verlassen Sie sich als Tourist jedoch niemals ausschließlich auf Bargeldreserven, da Sie sonst vor allem in den späten Abendstunden massive Probleme bekommen können.

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Kraftstoffarten und ihre Bezeichnungen an der Tankstelle

Damit Sie keinen teuren Motorschaden riskieren, müssen Sie die norwegischen Bezeichnungen für die verschiedenen Kraftstoffarten genau kennen. Super Benzin mit 95 Oktan wird an den Tanksäulen als „Blyfri 95“, „Bensin 95“ oder manchmal auch als „FuelSave 95“ ausgezeichnet. Suchen Sie nach Super Plus mit 98 Oktan, müssen Sie zu den Zapfhähnen mit der Aufschrift „Blyfri 98“ oder „Bensin 98“ greifen. Die Bezeichnungen für Dieselkraftstoff sind glücklicherweise international verständlich und heißen auch in Norwegen schlichtweg „Diesel“ oder „Autodiesel“. In der kalten Jahreszeit wird automatisch auf speziellen Winterdiesel umgestellt, der auch bei extremen Minusgraden nicht flockt und die Betriebssicherheit des Motors gewährleistet. Fahrzeuge, die E10-Benzin benötigen, können in Norwegen mit dem Standardbenzin betankt werden, da E10 hier noch nicht flächendeckend eingeführt beziehungsweise selten explizit ausgezeichnet ist. Die Zapfpistolen sind zudem wie im Rest Europas farblich markiert: Grün steht für Benzin, Schwarz für Diesel. Lesen Sie im Zweifelsfall immer genau die Aufkleber an der Säule, bevor Sie den Tankvorgang starten. Ein falscher Kraftstoff führt zu enormen Reparaturkosten, die den Urlaub schnell ruinieren.

Die Kosten für Benzin und Diesel im norwegischen Straßenverkehr

Norwegen gehört weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Preisniveau, was sich unmittelbar an den Preistafeln der Tankstellen widerspiegelt. Die Kraftstoffpreise unterliegen starken Schwankungen und können sich innerhalb eines Tages oder einer Region erheblich verändern. Generell müssen Sie für einen Liter Benzin oder Diesel deutlich tiefer in die Tasche greifen als in Mitteleuropa. Die hohen Preise erklären sich einerseits durch die generellen Lebenshaltungskosten und andererseits durch hohe staatliche Steuern auf fossile Brennstoffe. In abgelegenen Regionen im Norden des Landes klettern die Preise aufgrund der aufwendigen Logistik und weiten Transportwege noch weiter in die Höhe. Erstaunlicherweise kann es große Preisunterschiede zwischen Tankstellen geben, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen. Die günstigsten Tarife erwischen Sie oftmals in den Morgenstunden von bestimmten Wochentagen, meist montags oder donnerstags. Reisende sollten zudem beachten, dass es sich finanziell lohnt, den Tank bereits vor der Fährüberfahrt in Deutschland oder Dänemark noch einmal komplett zu füllen. Nutzen Sie lokale Preisvergleichs-Apps, um unterwegs die lukrativsten Angebote zu finden und die Reisekasse etwas zu schonen.

Die gefährliche Falle: Warum Sie roten Diesel meiden müssen

Eine der größten Stolperfallen für Touristen mit einem Dieselfahrzeug ist der spezielle rote Kraftstoff in Norwegen. Neben dem regulären Autodiesel bieten zahlreiche Tankstellen auch einen sogenannten „avgiftsfri Diesel“ an. Dieser steuerbefreite oder steuerbegünstigte Dieselkraftstoff ist optisch durch eine markante rote Einfärbung leicht zu erkennen. Er ist ausschließlich für eine streng definierte Gruppe von Fahrzeugen zugelassen. Dazu gehören beispielsweise Traktoren, andere landwirtschaftliche Maschinen, Baumaschinen, Fischerboote sowie Einsatzfahrzeuge des Militärs. Das Betanken von privaten PKWs oder touristischen Wohnmobilen mit diesem günstigen Kraftstoff ist strikt verboten und gilt als Steuerhinterziehung. Die norwegischen Behörden und die Polizei führen regelmäßig unangekündigte Kontrollen durch, bei denen die Farbe des Kraftstoffs im Tank überprüft wird. Werden Sie mit dem eingefärbten Diesel erwischt, drohen drakonische Geldstrafen, die schnell bei mehreren zehntausend Norwegischen Kronen liegen können. Achten Sie deshalb peinlichst genau darauf, niemals zur Zapfpistole mit der Aufschrift „avgiftsfri“ zu greifen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit beim Versuch, Geld zu sparen, wird in Norwegen andernfalls extrem teuer bestraft.

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Zusätzliche Tipps für die Fahrt durch die norwegischen Fjorde

Das Autofahren in Norwegen erfordert generell eine angepasste Fahrweise und viel Aufmerksamkeit für die örtlichen Verkehrsregeln. Die maximalen Geschwindigkeitsbegrenzungen sind wesentlich strenger als in Deutschland, und schon geringe Überschreitungen ziehen astronomische Bußgelder nach sich. Auf den Autobahnen gilt meist ein striktes Limit von 80 bis maximal 110 Stundenkilometern, während auf Landstraßen in der Regel nur Tempo 80 erlaubt ist. Ein weiteres wichtiges Thema ist die automatische Mautabrechnung über das AutoPass-System, welches auf vielen Brücken, Tunneln und neu gebauten Straßen zum Einsatz kommt. An den Mautstationen können Sie ohne anzuhalten durchfahren, denn Ihr Kennzeichen wird von Kameras automatisch erfasst. Die Rechnung wird Ihnen anschließend bequem nach Hause geschickt, oder Sie registrieren Ihr Fahrzeug vorab online. Achten Sie auf der Straße zudem permanent auf Hinweisschilder für Wildwechsel, denn Elche oder Rentiere können unvermittelt die Fahrbahn kreuzen. Fahren Sie besonders in den Dämmerungsstunden vorausschauend und drosseln Sie die Geschwindigkeit in unübersichtlichen Waldgebieten. Wer diese Tipps beherzigt und entspannt bleibt, wird den Roadtrip durch die atemberaubende Landschaft Norwegens in vollen Zügen genießen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man in Norwegen an der Tankstelle mit Euro bezahlen?

Eine direkte Zahlung mit Euroscheinen ist an norwegischen Tankstellen nicht üblich und wird fast nirgendwo akzeptiert. Sie müssen stattdessen die Landeswährung in bar nutzen oder im besten Fall direkt eine Kreditkarte für die Transaktion verwenden.

Wie funktioniert das Bezahlen mit dem Handy an norwegischen Zapfsäulen?

Mobile Zahlungsmethoden wie Apple Pay oder Google Pay werden an modernen Zapfsäulen zunehmend als Alternative zur Plastikkarte unterstützt. Dennoch sollten Sie sich nicht ausschließlich darauf verlassen und zur Sicherheit stets eine physische Kreditkarte mit PIN bei sich tragen.

Was passiert, wenn ich versehentlich den falschen Kraftstoff tanke?

Sollten Sie Ihr Auto falsch betankt haben, dürfen Sie den Motor unter keinen Umständen starten, um schwere Motorschäden zu vermeiden. Kontaktieren Sie umgehend einen lokalen Pannendienst, damit der Tank professionell abgepumpt und gereinigt werden kann.

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Gibt es in Norwegen genügend Ladestationen für Elektroautos?

Norwegen ist der absolute weltweite Vorreiter in der Elektromobilität, weshalb das Ladenetz für E-Autos hervorragend und lückenlos ausgebaut ist. Selbst in abgelegenen Regionen oder nahe der Polarkreise finden Sie problemlos Schnelllader für Ihr Elektrofahrzeug.

Darf ich einen gefüllten Reservekanister nach Norwegen einführen?

Sie dürfen bis zu zehn Liter Kraftstoff in einem ordnungsgemäß zugelassenen Reservekanister zollfrei nach Norwegen einführen. Bei der Anreise mit einer Fähre kann die Mitnahme aus strengen Sicherheitsgründen jedoch durch die Reederei untersagt sein.

Warum wird an norwegischen Automaten ein Geldbetrag reserviert?

Vor dem eigentlichen Tankvorgang blockieren viele Tankautomaten zur Sicherheit einen pauschalen Maximalbetrag auf Ihrer Kreditkarte. Nach Abschluss der Betankung wird diese Reservierung in der Regel innerhalb weniger Tage gelöscht und nur der tatsächliche Betrag abgebucht.

Ist das Tanken in ländlichen Gebieten Norwegens teurer?

In abgelegenen Fjordlandschaften und besonders im hohen Norden sind die Transportwege für Kraftstoffe extrem lang und kostenintensiv. Dementsprechend müssen Sie dort mit merklich höheren Preisen an der Zapfsäule rechnen als im städtischen Umfeld von Oslo oder Bergen.

Kann ich nachts in Norwegen problemlos tanken?

Dank der weiten Verbreitung von modernen, vollautomatischen Tankautomaten können Sie in Norwegen problemlos rund um die Uhr tanken. Ein bemannter Service mit Shop-Verkauf steht in den Nachtstunden allerdings meist nicht mehr zur Verfügung.

Benötige ich an der Zapfsäule zwingend meine PIN-Nummer?

An norwegischen Tankautomaten ist die Eingabe einer vierstelligen PIN-Nummer zur Autorisierung der Kartenzahlung absolut unerlässlich. Eine reine Unterschrift oder eine PIN mit sechs Ziffern wird von den Systemen generell nicht akzeptiert.

Sind norwegische Tankstellen mit Toiletten ausgestattet?

Bemannte Tankstellen verfügen während ihrer regulären Öffnungszeiten fast immer über saubere und gut zugängliche sanitäre Anlagen für Reisende. An rein unbemannten Automatentankstellen abseits der Ortschaften müssen Sie hingegen oft auf Toiletten verzichten.

Fazit

Ein Roadtrip durch Norwegen ist ein unvergessliches Erlebnis, wenn man die lokalen Besonderheiten im Straßenverkehr beachtet. Wer mit einer funktionierenden Kreditkarte samt vierstelliger PIN ausgestattet ist, wird an den zahlreichen Tankautomaten keinerlei Probleme haben. Behalten Sie die regionalen Preisunterschiede im Blick, meiden Sie den steuerfreien roten Diesel und passen Sie Ihre Fahrweise den strikten Tempolimits an. Haben Sie Lust auf weitere Reisetipps für Ihren Skandinavien-Urlaub? Teilen Sie diesen Beitrag oder durchstöbern Sie unsere anderen Ratgeber, um Ihre Routenplanung perfekt zu machen!

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