Sind Sie auf der Suche nach einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Alternative zu Benzin und Diesel? Erdgas, auch als CNG (Compressed Natural Gas) bekannt, könnte genau die richtige Lösung für Sie sein. Obwohl die mediale Aufmerksamkeit oft auf Elektroautos liegt, bietet das Erdgasauto handfeste Vorteile für den Geldbeutel und das Klima. Durch geringere Kraftstoffkosten und reduzierte Emissionen punktet dieser alternative Antrieb auf ganzer Linie. In diesem Artikel beleuchten wir alle wichtigen Aspekte rund um das Tanken von Erdgas. Wir zeigen Ihnen, welche Vor- und Nachteile CNG bietet, wie sich die Technologie von Autogas (LPG) unterscheidet und ob sich die Anschaffung oder Umrüstung eines Fahrzeugs für Sie heute noch wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosteneffizienz: Erdgas (CNG) ist dank steuerlicher Begünstigungen und eines hohen Energiegehalts an der Zapfsäule deutlich günstiger als klassisches Benzin oder Diesel.
- Umweltfreundlichkeit: Im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern stoßen CNG-Fahrzeuge wesentlich weniger CO2, kaum Stickoxide und fast keinen Feinstaub aus.
- Hoher Druck: CNG wird im Fahrzeug unter einem enormen Druck von 200 Bar gespeichert, weshalb spezielle und sichere Hochdrucktanks erforderlich sind.
- Unterschied zu LPG: Während Autogas (LPG) ein flüssiges Nebenprodukt der Erdölförderung ist, besteht Erdgas (CNG) vor allem aus gasförmigem Methan.
- Eingeschränkte Modellauswahl: Da viele Hersteller die Produktion von neuen Erdgasfahrzeugen eingestellt haben, schrumpft das Angebot an Neuwagen spürbar.
Ist Erdgas (CNG) günstiger als Benzin?
Ja, Erdgas (CNG) ist an der Tankstelle in der Regel deutlich günstiger als Benzin oder Diesel. Dies liegt an einer reduzierten Energiesteuer sowie am deutlich höheren Energiegehalt des Kraftstoffs. So entspricht ein Kilogramm hochwertiges H-Gas ungefähr dem energetischen Äquivalent von 1,5 Litern Benzin, was die reinen Kraftstoffkosten pro 100 Kilometer signifikant senkt.
Was genau ist CNG und wie unterscheidet es sich von Autogas (LPG)?
Wenn Autofahrer über alternative Gasantriebe nachdenken, fallen oft die Abkürzungen CNG und LPG. Die Abkürzung CNG steht für Compressed Natural Gas und bezeichnet klassisches Erdgas, das überwiegend aus Methan besteht. Es wird in gasförmigem Zustand unter einem extrem hohen Druck von etwa 200 Bar im Fahrzeugtank gespeichert. Im Gegensatz dazu steht LPG für Liquefied Petroleum Gas, was im Volksmund als Autogas bekannt ist. Bei Autogas handelt es sich um ein Nebenprodukt, das bei der Förderung von Erdöl sowie bei der Produktion von Benzin und Diesel anfällt. Der größte technische Unterschied liegt in der Speicherung der beiden Kraftstoffe. Während CNG seinen Aggregatzustand beibehält und massiv verdichtet werden muss, wird LPG bereits bei geringem Druck von etwa acht Bar flüssig. Diese unterschiedlichen Eigenschaften wirken sich direkt auf die Konstruktion der Fahrzeugtanks und die Kosten für eine mögliche Umrüstung aus. Zudem wird Erdgas an der Zapfsäule nach Gewicht in Kilogramm abgerechnet, während man Autogas ganz regulär in Litern tankt.
Die finanziellen Vorteile beim Tanken von Erdgas
Der wohl größte Anreiz für den Kauf eines Erdgasautos liegt in den erheblich niedrigeren Betriebskosten. An der Tankstelle macht sich der Wechsel auf CNG sofort durch deutlich geringere Kraftstoffpreise bemerkbar. Ein wesentlicher Grund für diese Preisersparnis ist der staatlich reduzierte Steuersatz auf Erdgas, der diesen umweltschonenden Kraftstoff fördert. Zudem verfügt Erdgas über einen außergewöhnlich hohen Energiegehalt, der die Effizienz des Antriebs massiv steigert. Zur Veranschaulichung: Ein Kilogramm hochwertiges H-Gas liefert etwa genauso viel Energie wie anderthalb Liter herkömmliches Superbenzin. Auf einer Strecke von 100 Kilometern fallen die Ausgaben für den Kraftstoff somit spürbar geringer aus als bei einem vergleichbaren Benziner oder Diesel. Wer viel auf Autobahnen oder im Pendelverkehr unterwegs ist, kann durch diese Differenz monatlich eine beträchtliche Summe einsparen. Zwar wurde der Steuervorteil zuletzt stufenweise angepasst, dennoch bleibt CNG ein extrem wirtschaftlicher Kraftstoff für kostenbewusste Autofahrer.
Die Umweltbilanz: Wie grün ist das Erdgasauto wirklich?
In Zeiten strenger Emissionsvorgaben und wachsenden Umweltbewusstseins rückt die ökologische Bilanz von Fahrzeugen immer stärker in den Fokus. Erdgasautos schneiden im direkten Vergleich mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren hervorragend ab. Bei der Verbrennung von CNG entsteht rund ein Viertel weniger klimaschädliches Kohlendioxid als bei einem vergleichbaren Benzinmotor. Noch beeindruckender ist die deutliche Reduzierung von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden, die bei Erdgasfahrzeugen auf ein absolutes Minimum sinken. Ein weiterer massiver Pluspunkt für die lokale Luftqualität ist die Tatsache, dass bei der Verbrennung von Erdgas nahezu kein Feinstaub produziert wird. Wer die Umweltfreundlichkeit seines Fahrzeugs noch weiter steigern möchte, kann gezielt Bio-CNG tanken, welches aus organischen Abfällen in Biogasanlagen gewonnen wird. Mit 100 Prozent reinem Bio-Erdgas im Tank sind Autos sogar nahezu klimaneutral auf den Straßen unterwegs. Dieser enorme ökologische Vorteil macht den Erdgasantrieb zu einer echten Brückentechnologie für eine sauberere und nachhaltigere Mobilität.
Der Tankvorgang: Sicherheit und Technik an der Zapfsäule
Viele Autofahrer haben zunächst Respekt vor dem Tanken von Gasfahrzeugen, doch diese Sorge ist völlig unbegründet. Der Betankungsvorgang bei einem CNG-Fahrzeug ist ebenso sicher und unkompliziert wie das Befüllen eines herkömmlichen Benzintanks. An der Zapfsäule wird die Tankkupplung fest auf den Stutzen des Fahrzeugs aufgesetzt und mechanisch absolut sicher verriegelt. Erst wenn das System eine vollständig dichte Verbindung erkennt, strömt das Gas mit einem Druck von etwa 200 Bar in den Hochdrucktank des Autos. Moderne Erdgastanks sind wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst und halten extremen Belastungen stand, oft bis zum Dreifachen des regulären Betriebsdrucks. Ein integriertes Sicherheitsventil sorgt zuverlässig dafür, dass selbst bei einem schweren Unfall kein explosives Gas unkontrolliert entweichen kann. Dem Erdgas wird zudem ein stark riechender Geruchsstoff beigemischt, sodass selbst kleinste Leckagen sofort von der menschlichen Nase wahrgenommen werden würden. Innerhalb von nur drei bis fünf Minuten ist der Tank komplett gefüllt und die Fahrt kann völlig sicher fortgesetzt werden.
Hohe Anschaffungskosten und die Herausforderung der Umrüstung
Trotz der unbestreitbaren Vorteile im laufenden Betrieb gibt es auch Hürden, die Interessenten vor dem Wechsel zu CNG bedenken müssen. Die größte Barriere stellen die vergleichsweise hohen Kosten bei der Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs dar. Weil das Gas im Auto unter einem enormen Druck gespeichert wird, müssen sehr massive, platzraubende und teure Hochdrucktanks verbaut werden. Diese speziellen Bauteile treiben den Preis für Neuwagen und entsprechende Ersatzteile auf dem Markt spürbar in die Höhe. Auch die nachträgliche Umrüstung eines herkömmlichen Benziners auf einen Erdgasantrieb ist stets mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. In der Regel müssen für einen solchen fachgerechten Umbau in der Werkstatt Summen zwischen 1000 und 3000 Euro investiert werden. Dementsprechend dauert es natürlich seine Zeit, bis sich die anfänglichen Investitionen durch die Einsparungen an der Zapfsäule vollständig amortisiert haben. Vor allem für Wenigfahrer rechnet sich dieser finanzielle Mehraufwand im Vergleich zu Autogas (LPG) oft erst nach sehr vielen Jahren.
Die Zukunft der Erdgasautos und das aktuelle Tankstellennetz
Die zukünftige Entwicklung des Erdgasantriebs in Deutschland steht momentan leider vor sehr großen strukturellen Herausforderungen. Zwar gibt es bundesweit aktuell noch immer fast 800 Tankstellen, an denen Autofahrer CNG zapfen können, jedoch verringert sich diese Zahl kontinuierlich. Das liegt vor allem daran, dass die staatliche Förderung und die strategische Ausrichtung der Automobilindustrie mittlerweile massiv auf die Elektromobilität fokussiert sind. Große Autobauer wie der Volkswagen-Konzern haben die Entwicklung und Produktion von neuen Erdgasmodellen aus Rentabilitätsgründen mittlerweile komplett eingestellt. Dadurch schrumpft das Angebot an attraktiven Neufahrzeugen drastisch, sodass Interessenten vermehrt auf den lukrativen Gebrauchtwagenmarkt ausweichen müssen. Für bestehende CNG-Fahrer bedeutet dies mittelfristig zweifellos längere Wege zur nächsten Zapfsäule und eine aufwendigere Planung bei ausgedehnten Urlaubsreisen. Zukünftig wird die Verfügbarkeit von CNG-Infrastruktur wahrscheinlich weiter zurückgehen, was potenzielle Käufer oftmals abschreckt. Obwohl Erdgas als Antrieb aus technischer und ökologischer Sicht sehr sinnvoll ist, wird es voraussichtlich eine Nischenlösung für spezielle Anwendungsbereiche bleiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen CNG und LPG?
CNG ist komprimiertes Erdgas, das gasförmig unter hohem Druck im Fahrzeug gespeichert wird. LPG hingegen ist verflüssigtes Autogas, welches bereits bei sehr geringem Druck in den flüssigen Zustand übergeht.
Wie sicher sind Erdgasautos bei einem Unfall?
Erdgasfahrzeuge gelten als extrem sicher, da die verbauten Gastanks einem Vielfachen des regulären Betriebsdrucks standhalten müssen. Selbst bei schweren Kollisionen verhindern automatische Sicherheitsventile das unkontrollierte Austreten des Gases.
Kann ich jedes Auto nachträglich auf Erdgas umrüsten?
Theoretisch ist die Umrüstung von vielen Benzinmotoren auf CNG möglich, allerdings ist sie aufgrund der benötigten Hochdrucktanks technisch komplex und teuer. Deshalb bevorzugen viele Autofahrer für Nachrüstungen eher das unkompliziertere Autogas (LPG).
Wie viel kostet das Tanken von Erdgas auf 100 Kilometer?
Dank des hohen Energiegehalts und der steuerlichen Begünstigung liegen die Kraftstoffkosten für CNG-Fahrzeuge oft bei unter sechs Euro pro 100 Kilometer. Damit ist das Fahren mit Erdgas deutlich günstiger als der Betrieb eines vergleichbaren Benziners oder Diesels.
Was bedeutet die Bezeichnung H-Gas und L-Gas an der Tankstelle?
Diese Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Qualitäten, wobei H-Gas einen höheren Energiegehalt aufweist als L-Gas. Wer hochwertiges H-Gas tankt, profitiert von einer größeren Reichweite bei gleichem Tankvolumen.
Gibt es noch neue Erdgasautos zu kaufen?
Die Auswahl an Neuwagen mit Erdgasantrieb ist mittlerweile stark geschrumpft, da große Hersteller wie Volkswagen die Produktion dieser Modelle eingestellt haben. Interessenten finden jedoch auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach wie vor eine solide Auswahl an zuverlässigen CNG-Fahrzeugen.
Wie lange dauert ein Tankvorgang bei einem CNG-Fahrzeug?
Das Befüllen der Hochdrucktanks nimmt an einer speziellen CNG-Zapfsäule in der Regel nur etwa drei bis fünf Minuten in Anspruch. Der Vorgang ist damit genauso schnell und unkompliziert abgeschlossen wie das Tanken von flüssigen Kraftstoffen.
Ist das Parken von Erdgasautos in Tiefgaragen erlaubt?
Ja, moderne Erdgasfahrzeuge dürfen problemlos in öffentlichen Parkhäusern und Tiefgaragen abgestellt werden. Veraltete Verbots-Schilder stammen meist aus vergangenen Jahrzehnten und haben für aktuelle typgeprüfte Gasanlagen keine rechtliche Gültigkeit mehr.
Wie wirkt sich Bio-CNG auf die Umweltbilanz aus?
Wenn Sie regenerativ erzeugtes Bio-CNG aus Biogasanlagen tanken, reduzieren Sie die CO2-Emissionen Ihres Fahrzeugs drastisch. Dadurch sind Sie nahezu klimaneutral unterwegs und leisten einen sehr wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.
Warum wird Erdgas in Kilogramm statt in Litern abgerechnet?
Da Erdgas ein stark komprimiertes Gas ist und seine Dichte je nach Druck sowie Temperatur schwankt, schreibt das Eichgesetz eine Abrechnung nach Gewicht vor. Deshalb bezahlen Sie an der Zapfsäule immer den genauen Preis pro Kilogramm und nicht pro Liter.
Fazit
Ein Erdgasauto bietet Ihnen nach wie vor fantastische Möglichkeiten, Ihre monatlichen Kraftstoffkosten zu minimieren und gleichzeitig aktiv die Umwelt zu entlasten. Die unschlagbare Kombination aus niedrigem CO2-Ausstoß, kaum vorhandenem Feinstaub und der Option auf klimaneutrales Bio-CNG spricht eindeutig für diese bewährte Antriebstechnologie. Auch wenn das Tankstellennetz langsam schrumpft und das Angebot an Neuwagen begrenzt ist, bleibt der Gebrauchtwagenmarkt für kostenbewusste Fahrer äußerst lukrativ. Vergleichen Sie jetzt Ihre lokalen Tankstellen und starten Sie mit Erdgasantrieb in eine saubere, wirtschaftliche Zukunft!
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