Führerschein umtauschen 2026: Fristen, Kosten & Ablauf
Ein neuer Führerschein wird für viele Menschen gerade Pflicht. Der gestaffelte Umtausch betrifft alle deutschen Führerscheindokumente, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Im Jahr 2026 ist die nächste große Gruppe bereits klar: Kartenführerscheine aus den Jahren 2002 bis 2004 müssen bis zum 19. Januar 2027 ersetzt sein.
Wichtig ist die Trennung zwischen Dokument und Fahrerlaubnis. Beim normalen Pflichtumtausch wird die Karte erneuert; die erteilte Fahrberechtigung bleibt bestehen. Für Pkw und Motorrad braucht es weder eine neue Prüfung noch automatisch einen Sehtest. Bei befristeten Lkw- und Busklassen gelten jedoch eigene Verlängerungsregeln.
Führerschein umtauschen: Das Wichtigste 2026
- Alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine müssen nach einem Stufenplan getauscht werden.
- Bei Papierführerscheinen bis Ende 1998 richtet sich die Frist nach dem Geburtsjahr.
- Bei Kartenführerscheinen von 1999 bis 18. Januar 2013 zählt das Ausstellungsjahr.
- Vor 1953 Geborene haben unabhängig vom Dokument bis 19. Januar 2033 Zeit.
- Der neue Kartenführerschein ist als Dokument 15 Jahre gültig.
- Die Grundgebühren liegen laut Bundesverkehrsministerium bei 26,50 Euro; Foto, Versand und Sonderleistungen können hinzukommen.
- Der Pflichtumtausch von Pkw- und Motorradklassen verlangt regulär keine Prüfung und keine routinemäßige ärztliche Untersuchung.
- Der neue Führerschein sollte sofort auf Klassen, Schlüsselzahlen, Namen und Daten kontrolliert werden.
Welche Frist gilt für meinen Führerschein?
Der verbindliche Zeitplan steht in Anlage 8e der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zuerst wird das Dokument eingeordnet: Papierführerschein bis 31. Dezember 1998 oder Kartenführerschein ab 1. Januar 1999.
Papierführerschein: Frist nach Geburtsjahr
| Geburtsjahr | Umtauschfrist | Status im Jahr 2026 |
|---|---|---|
| vor 1953 | 19. Januar 2033 | noch Zeit |
| 1953 bis 1958 | 19. Juli 2022 | abgelaufen |
| 1959 bis 1964 | 19. Januar 2023 | abgelaufen |
| 1965 bis 1970 | 19. Januar 2024 | abgelaufen |
| 1971 oder später | 19. Januar 2025 | abgelaufen |
Die Ausnahme für vor 1953 Geborene gilt unabhängig davon, ob ihr Führerschein aus Papier oder bereits eine alte Karte ist. Ein freiwilliger früherer Umtausch ist möglich.
Kartenführerschein: Frist nach Ausstellungsjahr
| Ausstellungsjahr | Umtauschfrist | Status im Jahr 2026 |
|---|---|---|
| 1999 bis 2001 | 19. Januar 2026 | abgelaufen |
| 2002 bis 2004 | 19. Januar 2027 | jetzt an der Reihe |
| 2005 bis 2007 | 19. Januar 2028 | später |
| 2008 | 19. Januar 2029 | später |
| 2009 | 19. Januar 2030 | später |
| 2010 | 19. Januar 2031 | später |
| 2011 | 19. Januar 2032 | später |
| 2012 bis 18. Januar 2013 | 19. Januar 2033 | später |
Das Ausstellungsdatum steht auf der Vorderseite des Kartenführerscheins in Feld 4a. Nicht mit dem Erteilungsdatum einzelner Klassen auf der Rückseite verwechseln. Wurde die Karte ersetzt, zählt für den Stufenplan das auf dem aktuellen Dokument angegebene Ausstellungsjahr.
Was passiert nach Ablauf der Umtauschfrist?
Nach § 24a FeV verliert das alte Führerscheindokument nach der jeweiligen Frist seine Gültigkeit. Beim normalen Pkw- oder Motorradführerschein erlischt dadurch nicht automatisch die zugrunde liegende Fahrerlaubnis. Es handelt sich daher nicht ohne Weiteres um die Straftat Fahren ohne Fahrerlaubnis.
Der amtliche Bußgeldkatalog nennt 10 Euro für das Nichtmitführen des vorgeschriebenen gültigen Führerscheinnachweises. Im Ausland, bei Mietwagen oder bei Behördenkontakten kann ein ungültiges Dokument größere praktische Probleme verursachen. Wer seine Frist verpasst hat, beantragt den Umtausch deshalb umgehend.
Nicht verwechseln: Bei befristeten Fahrerlaubnisklassen für Lkw und Bus kann die Fahrberechtigung selbst ablaufen. Eine Fahrt danach kann rechtlich viel schwerer wiegen. Das Ablaufdatum der Klasse steht auf der Rückseite in Feld 11.
Warum werden alte Führerscheine ersetzt?
Bis 2033 sollen die Führerscheindokumente in der EU einheitlicher und fälschungssicherer sein. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr betrifft der Umtausch in Deutschland rund 42 Millionen Dokumente. Die Staffelung verteilt die Anträge auf Behörden und Bundesdruckerei.
Der Kartenführerschein enthält ein aktuelleres Foto, maschinenlesbare einheitliche Felder sowie standardisierte Klassen und Schlüsselzahlen. Der Pflichtumtausch ist keine allgemeine neue Fahreignungsprüfung für ältere Menschen.
Wer dagegen erstmals eine Fahrerlaubnis erwirbt, durchläuft weiterhin Theorie und Praxis. Unser Beitrag zur Führerscheinprüfung mit Ablauf und Kosten behandelt diesen getrennten Prozess.
Welche Unterlagen brauche ich?
- gültiger Personalausweis, Reisepass oder anderer akzeptierter Identitätsnachweis,
- aktuelles biometrisches Lichtbild,
- alter Führerschein im Original,
- ausgefüllter Antrag der zuständigen Behörde,
- gegebenenfalls Karteikartenabschrift, Vollmacht oder zusätzliche Nachweise.
Das Bundesportal zum Führerscheinumtausch nennt Ausweis, biometrisches Foto und bisherigen Führerschein als Grundunterlagen. Die konkrete Behörde kann weitere Dokumente verlangen.
Wann ist eine Karteikartenabschrift nötig?
Bei alten Papierführerscheinen sind Daten häufig nur bei der ursprünglich ausstellenden Behörde gespeichert. Wohnen Sie inzwischen in einem anderen Zuständigkeitsbereich, kann die aktuelle Fahrerlaubnisbehörde eine Karteikartenabschrift benötigen. Viele Behörden fordern sie direkt an; andernorts muss der Antragsteller tätig werden. Klären Sie den Ablauf vor dem Termin.
Was gilt bei Verlust des alten Führerscheins?
Ein verlorenes Dokument kann nicht vorgelegt oder entwertet werden. Dann sind Verlustanzeige, Registerauskunft und je nach Behörde eine Versicherung an Eides statt nötig. Das verursacht meist zusätzliche Kosten und Bearbeitungszeit. Ein Diebstahl sollte bei der Polizei angezeigt werden.
Wo wird der neue Führerschein beantragt?
Zuständig ist grundsätzlich die Fahrerlaubnisbehörde am Hauptwohnsitz. Manche Städte übertragen den Pflichtumtausch zusätzlich an Bürgerämter. Online-Antrag, Identitätsprüfung, Foto-Upload und Abholung unterscheiden sich je nach Kommune. Die örtliche Leistungsseite ist daher die verlässlichste Quelle für Termin und Einreichung.
- Persönliche Frist und zuständige Stelle ermitteln.
- Unterlagen und Foto nach Behördenvorgabe vorbereiten.
- Termin buchen oder unterstützten Online-Antrag nutzen.
- Gebühr zahlen und Versand- oder Abholoption wählen.
- Altes Dokument bei Ausgabe abgeben oder entwerten lassen.
- Neue Karte sofort auf Fehler prüfen.
Der Antrag sollte nicht erst am letzten Tag gestellt werden. Produktions- und Postlaufzeiten schwanken. Wer zeitnah ins Ausland fährt oder einen Mietwagen braucht, plant einen großzügigen Puffer.
Was kostet der Führerscheinumtausch 2026?
Das BMV nennt 25,50 Euro für die Ausstellung sowie 1 Euro für die Registerauskunft. Damit liegen die Grundgebühren bei 26,50 Euro. Für Direktversand nennt das Ministerium weitere 6,50 Euro. Hinzu kommen das Foto und mögliche Sonderkosten für Verlust, Eilbearbeitung oder zusätzliche Bescheinigungen.
| Kostenpunkt | Orientierung |
|---|---|
| Ausstellung | 25,50 Euro |
| Registerauskunft | 1,00 Euro |
| Direktversand, falls angeboten | 6,50 Euro |
| Biometrisches Foto | anbieterabhängig |
| Verlust- oder Sonderfall | zusätzliche Gebühren möglich |
Kommunale Zahlarten und Servicekosten können abweichen. Verbindlich ist der Gebührenbescheid der zuständigen Stelle.
Wie lange ist der neue Kartenführerschein gültig?
Ab dem 19. Januar 2013 ausgestellte Führerscheine sind nach § 24a FeV auf 15 Jahre befristet. Feld 4b auf der Vorderseite zeigt das Ablaufdatum des Dokuments. Nach 15 Jahren wird eine neue Karte mit aktuellem Foto beantragt.
Für unbefristete Pkw- und Motorradklassen ist diese Dokumentenfrist keine erneute Fahrprüfung. Sie führt auch nicht zu einer pauschalen medizinischen Alterskontrolle. Liegen der Behörde konkrete Eignungsbedenken vor, gelten die allgemeinen fahrerlaubnisrechtlichen Regeln unabhängig vom Pflichtumtausch.
Bleiben alte Fahrerlaubnisklassen erhalten?
Der Bestand der erteilten Fahrberechtigungen wird nach den Umstellungsvorschriften in Anlage 3 FeV in heutige Klassen und Schlüsselzahlen übertragen. Ein alter Klasse-3-Führerschein wird also nicht einfach nur zu Klasse B. Je nach Erteilungsdatum können C1, C1E, AM, L und besondere Schlüsselzahlen hinzukommen.
Einige Rechte gelten nur im Inland, nur auf Antrag oder unter medizinischen Voraussetzungen. Das betrifft vor allem schwere Fahrzeugkombinationen und befristete Lkw-/Busberechtigungen. Wer solche Fahrzeuge nutzt, lässt die konkrete Umschreibung vor dem Antrag bei der Behörde oder fachkundig prüfen.
Neue Karte bei Abholung kontrollieren
- Name, Geburtsdatum und Foto,
- alle Fahrerlaubnisklassen in Feld 9,
- Erteilungsdaten in Feld 10,
- Ablaufdaten befristeter Klassen in Feld 11,
- Schlüsselzahlen und Beschränkungen in Feld 12.
Fehlt eine erwartete Klasse oder Schlüsselzahl, melden Sie das sofort. Unser Ratgeber Klasse B: Welche Fahrzeuge darf man fahren? erklärt die heutige Pkw-Klasse; der Beitrag zum ausländischen Führerschein in Deutschland behandelt dagegen Anerkennung und Umschreibung ausländischer Dokumente.
Darf ich den alten Führerschein behalten?
Auf Wunsch kann die alte Karte oder der Papierführerschein nach § 25 Absatz 5 FeV zurückgegeben werden, wenn die Behörde ihn zuvor ungültig gemacht hat. Er ist dann nur Erinnerungsstück und kein gültiger Nachweis mehr.
Bis die neue Karte ausgegeben ist, klärt die Behörde, ob und wie das alte Dokument weiter genutzt werden kann. Ein vorläufiger Nachweis kann auf Deutschland beschränkt sein und im Ausland nicht anerkannt werden. Bei bevorstehender Reise muss das vor Antragstellung geklärt werden.
Sonderfälle: Ausland, Namensänderung und alte Rechte
Wohnsitz im EU- oder EWR-Ausland
Wer seinen ordentlichen Wohnsitz in einem anderen EU- oder EWR-Staat hat, wendet sich regelmäßig an die dortige Fahrerlaubnisbehörde. Für Wohnsitze außerhalb von EU und EWR beschreibt das BMV ein Verfahren über eine deutsche Fahrerlaubnisbehörde und die Auslandsvertretung. Frühzeitige Abstimmung ist nötig.
Führerschein nach Namensänderung
Eine reine Namensänderung macht die Fahrerlaubnis nicht ungültig. Eine neue Karte kann dennoch Kontrollen vereinfachen, besonders vor Auslandsreisen oder Mietwagenbuchungen. Welche Nachweise verlangt werden, teilt die Behörde mit.
Probezeit und Punkte
Der Dokumententausch startet keine neue Probezeit und löscht keine Punkte. Das ursprüngliche Erteilungsdatum der Klasse bleibt erhalten. Wer erst neu fährt, findet die Regeln im Beitrag zur Führerschein-Probezeit.
Häufige Fragen zum neuen Führerschein
Wer muss 2026 den Führerschein umtauschen?
Kartenführerscheine aus 1999 bis 2001 mussten bis 19. Januar 2026 getauscht sein. Karten aus 2002 bis 2004 sind jetzt an der Reihe und müssen bis 19. Januar 2027 ersetzt werden. Vor 1953 Geborene haben bis 2033 Zeit.
Wo steht das Ausstellungsjahr des Kartenführerscheins?
Das Ausstellungsdatum steht auf der Vorderseite in Feld 4a. Für Karten von 1999 bis 18. Januar 2013 bestimmt dieses Datum die Umtauschfrist.
Muss ich beim Pflichtumtausch eine Prüfung machen?
Nein. Der normale Umtausch ist ein Verwaltungsakt. Für unbefristete Pkw- und Motorradklassen sind weder Theorie- noch Praxisprüfung vorgesehen.
Brauche ich einen Sehtest oder ein ärztliches Gutachten?
Beim regulären Pflichtumtausch von Pkw- und Motorradklassen nicht. Für befristete Lkw- und Busklassen sowie bei konkreten Eignungsbedenken gelten eigene Anforderungen.
Was kostet der neue Führerschein?
Das Bundesverkehrsministerium nennt 25,50 Euro Ausstellungsgebühr plus 1 Euro Registerauskunft. Foto, Direktversand und Sonderfälle verursachen weitere Kosten.
Welche Unterlagen brauche ich?
Regelmäßig werden Identitätsnachweis, aktuelles biometrisches Foto und alter Führerschein im Original benötigt. Bei anderem früheren Ausstellungsort, Verlust oder Sonderklassen können zusätzliche Nachweise nötig sein.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasst habe?
Das alte Dokument ist ungültig, die zugrunde liegende Pkw- oder Motorradfahrerlaubnis bleibt beim normalen Pflichtumtausch aber bestehen. Es drohen regelmäßig 10 Euro; der Umtausch sollte sofort beantragt werden.
Wie lange ist der neue Kartenführerschein gültig?
Das Dokument ist 15 Jahre gültig. Danach wird die Karte erneuert. Unbefristete Pkw- und Motorradklassen werden dadurch nicht automatisch neu geprüft.
Kann ich meinen alten Papierführerschein behalten?
Auf Wunsch darf die Behörde ihn nach der Entwertung zurückgeben. Er ist danach nur ein Erinnerungsstück und kein gültiger Führerscheinnachweis.
Bleiben die Rechte der alten Klasse 3 erhalten?
Die erteilten Rechte werden nach Anlage 3 FeV in heutige Klassen und Schlüsselzahlen übertragen. Einzelne schwere Kombinationen können an Antrag, Inlandsgeltung oder medizinische Anforderungen gebunden sein.
Fazit: Frist prüfen und neue Karte kontrollieren
Für den neuen Führerschein zählt zuerst die richtige Tabelle: Papier bis 1998 nach Geburtsjahr, Karte ab 1999 nach Ausstellungsjahr. Im Jahr 2026 sollten überfällige Karten von 1999 bis 2001 sofort getauscht werden; für 2002 bis 2004 endet die Frist am 19. Januar 2027.
Der Antrag ist für normale Pkw- und Motorradklassen überschaubar. Ausweis, biometrisches Foto und alter Führerschein reichen häufig aus. Wer alte Klasse-3-Rechte, Lkw-Berechtigungen oder einen Auslandswohnsitz hat, prüft den Sonderfall vorab. Nach der Ausgabe gilt: Daten, Klassen und Schlüsselzahlen kontrollieren – kleine Fehler fallen später meist im ungünstigsten Moment auf.
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