Wer an Grönland denkt, hat sofort riesige Gletscher, Eisberge und unberührte Natur im Kopf. Doch wie sieht es aus, wenn man auf der größten Insel der Welt Auto fahren oder tanken möchte? Das Tanken in Grönland unterscheidet sich fundamental von allem, was Sie aus dem europäischen Straßenverkehr kennen. Es gibt keine endlosen Highways und auch keine typischen Autobahnraststätten. Stattdessen erwarten Sie extrem kurze Straßennetze, staatlich subventionierte Benzinpreise und eine ganz besondere Infrastruktur, die stark von Booten und Flugzeugen geprägt ist. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Polaroil, die aktuellen Spritpreise, geltende Verkehrsregeln und warum der Gang zur Tankstelle besonders für Wanderer und Outdoor-Enthusiasten überlebenswichtig ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Keine Verbindungsstraßen: In Grönland gibt es keine Straßen zwischen den Städten; Autos werden nur innerorts genutzt.
- Polaroil als Monopolist: Das staatliche Unternehmen betreibt nahezu alle Tankstellen im Land.
- Einheitliche Preise: Die Benzinpreise sind landesweit exakt gleich und staatlich subventioniert.
- Ausrüstung für Wanderer: An Tankstellen und in Shops können Gaskartuschen und Benzinkanister erworben werden.
- Zahlungsmittel: Akzeptiert werden Dänische Kronen (DKK) sowie gängige Kreditkarten an den Automaten.
Featured Snippet: Was kostet Benzin in Grönland?
Die Spritpreise in Grönland sind überraschend günstig und liegen oft unter dem europäischen Durchschnitt, da sie staatlich subventioniert werden. Zudem gilt ein landesweit einheitlicher Kraftstoffpreis, sodass ein Liter Benzin an jeder Station gleich viel kostet.
Die Infrastruktur: Autofahren auf der größten Insel der Welt
Grönland ist zwar die größte Insel der Erde, verfügt jedoch über keine durchgehenden Straßennetze zwischen den einzelnen Städten. Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, beschränkt sich auf das Straßennetz der jeweiligen Siedlung oder Hauptstadt wie Nuuk. Zwischen den Ortschaften gibt es schlichtweg keine asphaltierten Verbindungen, was das Autofahren zu einem rein lokalen Erlebnis macht. Transporte von Stadt zu Stadt finden ausschließlich per Flugzeug, Helikopter oder Boot statt. Dennoch besitzen viele Grönländer ein eigenes Fahrzeug, um im Alltag Einkäufe zu erledigen oder zur Arbeit zu pendeln. Für Touristen gibt es in den größeren Städten sogar die Möglichkeit, einen Mietwagen zu buchen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Ein Geländewagen ist dabei besonders im Winter von Vorteil, da die Straßenverhältnisse extrem durch Eis und Schnee geprägt sein können. Man muss sich also im Vorfeld bewusst machen, dass eine klassische Autoreise quer durch das Land physisch unmöglich ist.
Polaroil: Der wichtigste Kraftstoffversorger in Grönland
Wenn es um das Tanken in Grönland geht, stößt man unweigerlich auf den Namen Polaroil, das staatliche Energieversorgungsunternehmen. Polaroil betreibt ein umfassendes Netz an Tankstellen, die in nahezu jeder noch so kleinen Siedlung zu finden sind. Neben normalem Benzin und Diesel bietet das Unternehmen auch Flugkraftstoffe und Marine-Diesel für die unzähligen Fischerboote an. Da der gesamte Kraftstoff importiert werden muss, verfügt Polaroil über gewaltige Tankanlagen in den Häfen der Küstenstädte. Von dort aus wird der Treibstoff aufwendig auf die verschiedenen regionalen Tankstellen und Abfüllstationen verteilt. Die Versorgungssicherheit hat für das Unternehmen höchste Priorität, da das Überleben der Gemeinden im rauen Winter maßgeblich von ausreichendem Heiz- und Kraftstoff abhängt. An den Zapfsäulen selbst finden sich meist moderne Automaten, die eine schnelle und unkomplizierte Betankung der Fahrzeuge ermöglichen. Somit fungiert Polaroil nicht nur als bloßer Verkäufer, sondern als lebenswichtige logistische Lebensader für die gesamte grönländische Gesellschaft.
Spritpreise und staatliche Subventionen erklärt
Viele Besucher gehen fälschlicherweise davon aus, dass Benzin in Grönland aufgrund der extremen Abgeschiedenheit unbezahlbar sei. Tatsächlich sind die Kraftstoffpreise jedoch oft niedriger als in vielen europäischen Ländern wie Deutschland oder Dänemark. Dies liegt daran, dass die grönländische Regierung den Kraftstoff massiv subventioniert, um die lokale Wirtschaft und Gesellschaft zu entlasten. Ein weiterer spannender Aspekt ist die landesweite Preisbindung für sämtliche Spritsorten, die an den Stationen verkauft werden. Unabhängig davon, ob Sie im gut erschlossenen Nuuk oder in einer abgelegenen Nordsiedlung tanken, der Literpreis bleibt exakt derselbe. Diese solidarische Preispolitik verhindert, dass Menschen in schwer erreichbaren Gebieten finanziell benachteiligt werden, wenn sie ihre Boote oder Generatoren betanken. Für Touristen bedeutet das eine enorme Planungssicherheit, da man keine Preise vergleichen oder nach der billigsten Tankstelle suchen muss. Trotz globaler Schwankungen auf dem Ölmarkt versucht die Regierung, diese Festpreise möglichst lange stabil zu halten.
Tanken für Wanderer und Outdoor-Fans
Grönland ist ein absolutes Paradies für Outdoor-Enthusiasten und Wanderer, die weite unberührte Naturgebiete fernab der Zivilisation suchen. Wer tagelang in der Wildnis campt, muss seine Mahlzeiten zwingend auf mitgebrachten Gaskochern zubereiten. Da Gaskartuschen im Flugzeug aus Sicherheitsgründen streng verboten sind, müssen diese direkt vor Ort in Grönland erworben werden. Hierfür sind die Tankstellen von Polaroil, aber auch lokale Supermärkte wie Pilersuisoq oder Pisiffik, die idealen Anlaufstellen. Sie bieten eine große Auswahl an Butankartuschen, Schraubkartuschen und Benzinkanistern, die speziell für gängige Outdoor-Kocher ausgelegt sind. Es ist absolut ratsam, sich bereits in der Startstadt ausreichend einzudecken, da in der freien Natur keinerlei Versorgungsmöglichkeiten existieren. Neben Brennstoffen verkaufen diese Stationen oft auch essenzielle Ausrüstung wie Streichhölzer, Batterien und grundlegende haltbare Lebensmittel. Somit wird der scheinbar banale Gang zur Tankstelle für Wanderer zum wichtigsten Schritt der gesamten Expeditionsvorbereitung.
Verkehrsregeln und Besonderheiten im Straßenverkehr
Wer in Grönland ein Fahrzeug führt, muss sich weitgehend an die dänischen Verkehrsregeln halten, da das Land ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark ist. Die Höchstgeschwindigkeiten sind aufgrund der kurzen Strecken und der oft innerörtlichen Gegebenheiten strikt limitiert und selten höher als 50 km/h. Auch am Tag herrscht eine absolute Lichtpflicht, was bedeutet, dass die Scheinwerfer immer eingeschaltet sein müssen. Zudem gilt eine strenge Promillegrenze von 0,5, deren Überschreitung empfindliche Strafen nach sich zieht. Eine besondere Gefahr im grönländischen Straßenverkehr stellt nicht nur der teils extreme Winter mit Blitzeis dar, sondern auch freilaufende Hunde. Schlittenhunde sind in vielen Orten allgegenwärtig und Autofahrer müssen stets bremsbereit sein, um Kollisionen zu vermeiden. Die Anschnallpflicht wird rigoros durchgesetzt und gilt selbstverständlich für alle Insassen auf den Vorder- und Rücksitzen. Da es außerhalb der Siedlungen keine Straßen gibt, enden Ausflüge oft schnell an einer Schotterpiste, wo ohnehin absolute Vorsicht geboten ist.
Bezahlung an den grönländischen Tankstellen
Obwohl Grönland geographisch zu Nordamerika zählt, ist die offizielle Währung die Dänische Krone (DKK). An den meisten Zapfsäulen erfolgt die Bezahlung mittlerweile komplett digital über moderne Kartenterminals direkt an der Säule. Internationale Kreditkarten wie Visa und Mastercard werden dabei flächendeckend und ohne größere Probleme akzeptiert. Es empfiehlt sich jedoch, stets den zugehörigen PIN-Code bereitzuhalten, da Zahlungen per Unterschrift an den Automaten technisch nicht möglich sind. Wer lieber mit Bargeld zahlen möchte, kann dies während der regulären Öffnungszeiten in den angeschlossenen Tankstellenshops oder Kiosken tun. Außerhalb dieser Zeiten funktionieren die Tankstellen als reine Selbstbedienungsautomaten im 24-Stunden-Betrieb, was vor allem bei nächtlichen Bootsausflügen nützlich ist. In kleineren Dörfern kann es vereinzelt noch vorkommen, dass nur Bargeld oder lokale Debitkarten akzeptiert werden. Touristen sollten daher für den absoluten Notfall stets eine kleine Menge an dänischen Kronen in bar mit sich führen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man in Grönland mit dem Auto von Stadt zu Stadt fahren?
Nein, in Grönland existieren keine Straßen, die die einzelnen Städte und Siedlungen miteinander verbinden. Der Transport zwischen den Orten findet ausschließlich mit dem Flugzeug, Helikopter oder per Boot statt.
Wie heißt das Hauptunternehmen für Kraftstoffe in Grönland?
Die Kraftstoffversorgung in Grönland wird fast vollständig von dem staatlichen Unternehmen Polaroil abgewickelt. Dieses betreibt landesweit Tankstellen in nahezu allen Städten und kleineren Siedlungen.
Welche Währung wird an grönländischen Tankstellen akzeptiert?
An allen Tankstellen wird in der lokalen Währung, der Dänischen Krone (DKK), bezahlt. Zusätzlich akzeptieren die modernen Tankautomaten nahezu überall gängige Kreditkarten wie Visa oder Mastercard.
Sind die Benzinpreise in Grönland regional unterschiedlich?
Nein, die Regierung hat landesweit einheitliche Kraftstoffpreise festgelegt, die an allen Stationen identisch sind. Dadurch zahlen Sie im abgelegenen Norden exakt denselben Literpreis wie in der Hauptstadt Nuuk.
Wo kann man als Wanderer Gaskartuschen kaufen?
Gaskartuschen und Benzinkanister für Outdoor-Kocher finden Sie an den örtlichen Polaroil-Tankstellen. Alternativ bieten auch große Supermärkte wie Pilersuisoq oder Pisiffik entsprechendes Zubehör für Wanderer an.
Ist das Benzin in Grönland teurer als in Deutschland?
Überraschenderweise sind die Spritpreise in Grönland meist günstiger als in Deutschland oder dem restlichen Mitteleuropa. Das liegt daran, dass der Staat den Treibstoff subventioniert, um die Lebenshaltungskosten für Einheimische erträglich zu halten.
Kann ich an den Tankstellen mit Kreditkarte zahlen?
Ja, an den Selbstbedienungsautomaten der Tankstellen können Sie problemlos mit einer Kreditkarte mitsamt PIN-Code bezahlen. Dennoch ist es ratsam, in sehr kleinen Dörfern für den Notfall ein wenig Bargeld dabeizuhaben.
Gibt es in Grönland überhaupt normale Autobahnen?
In ganz Grönland gibt es keine einzige Autobahn oder mehrspurige Schnellstraße. Das gesamte Straßennetz beschränkt sich lediglich auf die städtischen Straßen innerhalb der jeweiligen Siedlungsgrenzen.
Gelten in Grönland spezielle Verkehrsregeln?
Es gelten grundsätzlich die dänischen Verkehrsregeln, was unter anderem eine absolute Lichtpflicht auch am Tag beinhaltet. Die Höchstgeschwindigkeit innerhalb der Ortschaften liegt in der Regel bei sehr moderaten 50 km/h.
Haben die Tankstellen in Grönland rund um die Uhr geöffnet?
Die eigentlichen Zapfsäulen können dank Kartenterminals meist 24 Stunden am Tag genutzt werden. Die dazugehörigen Shops für Snacks oder Bargeldzahlungen unterliegen jedoch normalen, ortsabhängigen Öffnungszeiten.
Fazit: Tanken in Grönland leicht gemacht
Das Tanken in Grönland ist durch die landesweiten Festpreise und die flächendeckende Versorgung durch Polaroil überraschend unkompliziert. Zwar werden Sie aufgrund fehlender Überlandstraßen keinen klassischen Roadtrip erleben, doch für lokale Erkundungen oder als Wanderer sind Sie bestens gerüstet. Denken Sie daran, Ihre Kreditkarte inklusive PIN sowie ein paar Dänische Kronen dabeizuhaben. Wenn Sie diese Tipps befolgen, steht einem sicheren und entspannten Aufenthalt auf der atemberaubenden größten Insel der Welt nichts mehr im Wege!








