Geschwindigkeitsüberschreitung: Bußgelder & Strafen

Jeder Autofahrer kennt diesen Schreckmoment: Ein roter Blitz am Straßenrand signalisiert, dass man zu schnell unterwegs war. Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den häufigsten Verkehrsdelikten in Deutschland und werden streng geahndet. Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht nicht nur empfindliche Geldstrafen vor, sondern auch Punkte in Flensburg und sogar mehrmonatige Fahrverbote. Besonders innerorts greifen die Sanktionen aufgrund der höheren Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern deutlich härter. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Konsequenzen einer Geschwindigkeitsüberschreitung wissen müssen. Wir klären auf, welche Strafen innerorts und außerorts drohen und wann sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Innerorts fallen die Bußgelder für zu schnelles Fahren höher aus als außerorts.
  • Ab einer Überschreitung von 21 km/h droht bereits der erste Punkt in Flensburg.
  • Ein Fahrverbot wird innerorts ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h zu viel verhängt.
  • Für Fahranfänger in der Probezeit gilt ab 21 km/h zu viel ein A-Verstoß mit Nachschulung.
  • Der Toleranzabzug beträgt standardmäßig 3 km/h bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h.

Häufige Frage: Was passiert, wenn man zum ersten Mal geblitzt wird?

Wenn Sie zum ersten Mal geblitzt werden, hängt die Strafe ausschließlich von der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitung nach Abzug der Toleranz ab. Bei geringen Verstößen bis 20 km/h droht lediglich ein Verwarnungsgeld ohne weitere Konsequenzen für Ihren Führerschein.

Die aktuellen Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts

Wer innerhalb geschlossener Ortschaften zu schnell fährt, gefährdet Fußgänger, Radfahrer und spielende Kinder massiv. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts in den letzten Jahren deutlich angezogen. Bereits bei einer geringen Überschreitung von bis zu 10 km/h wird ein Bußgeld von 30 Euro fällig. Wer zwischen 11 und 15 km/h zu schnell ist, muss bereits mit 50 Euro rechnen. Richtig teuer wird es, sobald Sie die Marke von 20 km/h überschreiten. Ab 21 km/h zu viel innerorts zahlen Sie nicht nur ein Bußgeld von 115 Euro, sondern erhalten auch einen Punkt in Flensburg. Bei extremen Verstößen jenseits der 70 km/h drohen sogar bis zu 800 Euro Strafe, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot. Es ist daher ratsam, den Tacho in Städten und Dörfern stets genau im Auge zu behalten.

Geblitzt außerorts: Mit diesen Sanktionen müssen Sie rechnen

Auf Landstraßen und Autobahnen wird naturgemäß schneller gefahren, weshalb die Unfallfolgen oft gravierender sein können. Dennoch sind die reinen Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts minimal geringer als innerhalb von Ortschaften. Bis zu 10 km/h zu viel kosten den Fahrer auf der Landstraße oder Autobahn lediglich 20 Euro. Bei einer Überschreitung von 16 bis 20 km/h steigt das Bußgeld auf 60 Euro an. Ab 21 km/h zu schnell droht auch hier der erste Punkt in Flensburg in Kombination mit einem Bußgeld von 100 Euro. Ein Fahrverbot von einem Monat erwartet Sie außerorts erst ab einer Überschreitung von 41 km/h, sofern Sie kein Wiederholungstäter sind. Die Höchststrafe für mehr als 70 km/h zu viel liegt bei 700 Euro, zwei Punkten und einem dreimonatigen Fahrverbot. Die Einhaltung der Tempolimits schont also nicht nur den Geldbeutel, sondern rettet im Ernstfall Leben.

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Punkte in Flensburg und drohende Fahrverbote im Detail

Das Punktesystem in Flensburg, offiziell Fahreignungsregister genannt, speichert alle relevanten Verkehrsverstöße deutscher Autofahrer. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen beginnt die Vergabe von Punkten bundesweit einheitlich ab 21 km/h zu viel auf dem Tacho. Einen einzelnen Punkt erhalten Sie für Verstöße bis 30 km/h innerorts respektive 40 km/h außerorts. Wenn Sie noch schneller unterwegs sind, trägt das Kraftfahrt-Bundesamt direkt zwei Punkte in Ihre Akte ein. Mit den zwei Punkten geht in der Regel auch ein temporäres Fahrverbot einher. Ein solches Fahrverbot dauert je nach Schwere des Vergehens zwischen einem und drei Monaten. Wer innerhalb eines Jahres zweimal mit mehr als 26 km/h zu schnell geblitzt wird, gilt zudem als Wiederholungstäter. In diesem speziellen Fall droht ebenfalls ein Monat Fahrverbot, selbst wenn das Limit für ein reguläres Fahrverbot noch nicht erreicht wurde.

Besondere Regeln für Fahranfänger in der Probezeit

Fahranfänger stehen unter besonderer Beobachtung und müssen sich in den ersten zwei Jahren nach Erhalt des Führerscheins strikt an die Regeln halten. Eine kleine Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu 20 km/h wird in der Probezeit noch wie bei erfahrenen Autofahrern als normaler Verstoß behandelt. Kritisch wird es jedoch, sobald der Fahranfänger mit 21 km/h oder mehr über dem erlaubten Limit geblitzt wird. Ein solches Vergehen wird verkehrsrechtlich als sogenannter A-Verstoß gewertet. Die Konsequenz ist nicht nur das reguläre Bußgeld samt Punkten, sondern auch eine zwingende Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre. Zudem ordnet die zuständige Fahrerlaubnisbehörde die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar an. Werden in der verlängerten Probezeit weitere A-Verstöße begangen, folgen eine schriftliche Verwarnung und schließlich der Entzug der Fahrerlaubnis. Junge Fahrer sollten daher besonders defensiv und vorausschauend am Straßenverkehr teilnehmen.

Der Toleranzabzug: Wie viel km/h werden eigentlich abgezogen?

Kein Blitzer misst absolut fehlerfrei, weshalb der Gesetzgeber einen pauschalen Toleranzabzug zugunsten des betroffenen Autofahrers vorschreibt. Dieser Abzug gleicht eventuelle kleine Messungenauigkeiten der verwendeten Radaranlagen oder Lasermessgeräte zuverlässig aus. Bei gefahrenen Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h werden grundsätzlich immer exakt 3 km/h vom gemessenen Wert abgezogen. Sind Sie schneller als 100 km/h unterwegs, greift eine prozentuale Regelung zur Berechnung der Toleranz. In diesem Fall werden genau drei Prozent des gemessenen Wertes subtrahiert und anschließend stets kaufmännisch gerundet. Bei bestimmten Messmethoden, wie etwa dem Hinterherfahren mit einem Videonachfahrsystem, kann der Toleranzabzug sogar noch deutlich höher ausfallen. Letztlich ist stets die vorgeworfene Geschwindigkeit nach Abzug aller Toleranzen maßgeblich für die Berechnung des finalen Bußgeldes. Auf dem postalischen Bußgeldbescheid müssen sowohl die gemessene Geschwindigkeit als auch der vorgenommene Toleranzabzug transparent ausgewiesen sein.

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Einspruch gegen den Bußgeldbescheid: Wann es sich wirklich lohnt

Nicht jeder Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung ist automatisch rechtmäßig und vollkommen fehlerfrei. Experten schätzen, dass ein erheblicher Teil der verschickten Bescheide Formfehler, Messfehler oder verjährte Vorwürfe enthält. Ein Einspruch kann sich besonders dann lohnen, wenn Ihnen ein Fahrverbot droht und Ihre berufliche Existenz auf dem Spiel steht. Häufige Fehlerquellen sind veraltete Eichprotokolle der Blitzer, eine falsche Aufstellung des Messgeräts oder eine schlechte Bildqualität auf dem Blitzerfoto. Wenn Sie auf dem amtlichen Beweisfoto nicht eindeutig zu identifizieren sind, steigen die Chancen auf ein erfolgreiches Verfahren enorm. Sie haben nach Zustellung des Bußgeldbescheids exakt zwei Wochen Zeit, um form- und fristgerecht Einspruch bei der Behörde einzulegen. Es empfiehlt sich in vielen Fällen, einen erfahrenen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen, der Einsicht in die Ermittlungsakte fordern kann. Dieser prüft das Messprotokoll akribisch und kann das Verfahren im besten Fall vollständig zur Einstellung bringen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann verjährt ein Blitzerbescheid?

Die Verjährungsfrist für eine Geschwindigkeitsüberschreitung beträgt in Deutschland in der Regel drei Monate. Trifft in dieser Zeit kein Anhörungsbogen bei Ihnen ein, ist die Tat meist verjährt.

Wer zahlt, wenn ich mit dem Auto meiner Eltern geblitzt werde?

In Deutschland gilt die Fahrerhaftung, weshalb immer die Person zahlt, die das Auto zum Tatzeitpunkt gefahren ist. Die Eltern erhalten den Anhörungsbogen, müssen den tatsächlichen Fahrer aber zur Identifizierung benennen.

Darf ich Blitzer-Apps während der Fahrt nutzen?

Die aktive Nutzung von Blitzer-Apps auf dem Smartphone oder im Navigationssystem ist während der Fahrt strengstens verboten. Bei einer Kontrolle drohen Ihnen ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Ab wann gilt man als Wiederholungstäter beim Blitzen?

Sie gelten als Wiederholungstäter, wenn Sie innerhalb eines Jahres zweimal mit mehr als 26 km/h zu viel geblitzt werden. In diesem Fall verhängt die Behörde meist ein zusätzliches Fahrverbot von einem Monat.

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Kann ich ein Fahrverbot in eine höhere Geldstrafe umwandeln?

Unter besonderen Härtefällen, wie einer drohenden Kündigung, kann ein Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umgewandelt werden. Dies gelingt jedoch selten und erfordert meist die Hilfe eines spezialisierten Anwalts für Verkehrsrecht.

Muss ich den Anhörungsbogen im Briefkasten ausfüllen?

Sie sind gesetzlich nur verpflichtet, Ihre korrekten Personalien anzugeben, falls diese auf dem Bescheid fehlerhaft sind. Angaben zur eigentlichen Sache müssen Sie nicht machen, um sich nicht selbst zu belasten.

Wie viel Toleranz wird auf der Autobahn abgezogen?

Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h werden exakt drei Prozent der gemessenen Geschwindigkeit als gesetzliche Toleranz abgezogen. Bei einer Messung von 150 km/h entspricht dies einem Abzug von 4,5, also gerundet 5 km/h.

Was kostet es, in der 30er-Zone geblitzt zu werden?

Ein Verstoß in der 30er-Zone wird nach dem regulären Katalog für innerörtliche Geschwindigkeitsüberschreitungen strikt bestraft. Sind Sie beispielsweise 15 km/h zu schnell, kostet Sie das exakt 50 Euro ohne weitere Punkte.

Können Blitzer auch nachts verlässliche Fotos machen?

Moderne Blitzeranlagen nutzen spezielle Infrarottechnologie, um auch bei völliger Dunkelheit gestochen scharfe Bilder anzufertigen. Sie bemerken in diesen Fällen am Steuer oft gar keinen sichtbaren roten Blitz mehr.

Lohnt sich eine Verkehrsrechtsschutzversicherung für Raser?

Eine solche Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die Anwalts- und Gerichtskosten, wenn Sie gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen möchten. Wer viel auf den Straßen unterwegs ist, profitiert definitiv von dieser finanziellen Absicherung bei rechtlichen Streitigkeiten.

Fazit

Geschwindigkeitsüberschreitungen sind kein Kavaliersdelikt und ziehen je nach Schwere empfindliche Strafen nach sich. Ob saftige Bußgelder, lästige Punkte in Flensburg oder gar ein existenzbedrohendes Fahrverbot – der aktuelle Bußgeldkatalog greift hart durch. Achten Sie deshalb stets auf die geltenden Tempolimits, besonders innerhalb geschlossener Ortschaften und während der Probezeit. Sollten Sie dennoch geblitzt werden und Zweifel an der Richtigkeit der Messung haben, kann ein fristgerechter Einspruch Ihr Retter sein. Bleiben Sie wachsam, fahren Sie vorausschauend und kommen Sie sicher an Ihr Ziel!

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